Texts
  Maria Bussmann

Don Ihde

Bruno Gironcoli

Brooklyn Rail

Ostina

  
   
 
  Maria Bussmann About the Drawings to Heidegger

From time to time I like to take a philosophical text at hand and use it as source for my drawings.
Last year I risked to choose Martin Heidegger's essay, „The Origin of the Work of Art" during a stay in high alpine areas in the direct neighborhood of a Lake-Reservoir. This human-made construction in the mids of a landscape of rocks seemed to me a suitable metafor of the relation of philosophy of art to the work of art - an encounter of „Earth" and „World", as Heidegger thought it.
The connection between spiritual heights and those given by nature seemed obvious.

Theories as such could be described as marked hiking paths, differing in degrees of challenge and risk, etc.
But I had overrated my self. To follow the traces of Heidegger's ideas was indeed as difficult (and sometimes dangerous) as to find the hiking paths.
Therefore, I never arrived at „Heidegger's Cabin", as I had
planned, but rather i remained in the picture - continuing to find myself "off the beaten tracks"*, on tracks which lead nowhere. (*"Off the Beaten Tracks" or German "Holzwege" is the title of Heidegger's late writings on Aesthetics).

Having returned from the mountains I continued during the winter and spring (2004/2005) to work on this idea by making a series of 20 drawings to Heidegger’s essay.

I used pencil (B8) on handmade paper (made in Asia, the two sides slightly differing in color),
size: ca. 20 x 30 cm

Maria Bussmann

   
  
  
  
  Don Ihde Maria Bussmann is a 'philosophical' artist. She wrote a Ph.D. in philosophy, while she also began practicing art. She has always combined her academic work with art making, and made a mark for herself by doing reflective drawings on major works by philosophers. Her early contribution was a set of drawings inspired by Ludwig Wittgenstein's Tractatus. More recently, she has turned to Maurice Merleau-Ponty and his Phenomenology of Perception.
Merleau-Ponty is a philosopher who is concerned with human perceptual - and particularly bodily- experiences. Bussmann has reflected upon this important Twentieth century work, and produced this evokative series of drawings. She combines her own experience of her body with Merleau-Ponty's reflections upon 'lived experience,' corps vecu. Here philosophy and art meet incarnate.

Don Ihde
Distinguished Professor of Philosophy and Director, The Technoscience Research Group,
SUNY, Stony Brook




  Bruno Gironcoli Ich habe Maria Bußmann hier in der Bildhauerschule das erste Mal vor rund zehn Jahren getroffen und sie zeigte mir ein paar skulpturale Arbeiten, deren Syntax mir wirklich interessant erschien. Es waren dies aus einfachsten Materialsorten kombinierte und in ungewöhnlichen Materialqualitäten gefertigte Ausdrucksversuche im Mini-Themenbereich. Es waren da zu finden: ein kleines Bett für eine Maus, eben groß genug für eine Zimmermaus, der menschlichen Vorstellung, wie ein Bett auszusehen hat, trefflich abgerungen, aber aus dünnen Messingröhrchen gebogen. Das Plumeau für die Maus waren eingenähte Papier-Daunen. Das Bett der Maus wurde übertroffen von einem in normaler Löt-Arbeit gefertigten Fußballstadion. Das Stadion wurde übertroffen von einem Wettkampf-Schwimmbecken mit vier Bahnen und aus Papier und Pappdeckel ausgeschnittenen rosarot angestrichenen Kampfschwimmern, jeder seine Bahn ziehend.
Alles Arbeiten, die von so interessanter Materialwahl geprägt ihr formales Dasein einnahmen, dass man den Eindruck absoluter Selbständigkeit der Objekte hat.
Auf meine Frage, ob denn solche Arbeiten technische Zeichnungen voraussetzten, habe ich später von Bußmann Zeichnungen zu sehen bekommen, die wohl ganz interessant waren, doch keine Werksunterlage zu den bildhauerischen Arbeiten abgegeben haben.
Die Qualität dieser Blätter war ihre selbständige grafische Ausführung.
Es gab in ihnen zwei Formen einer grafischen Strategie: einmal zeigte sich Bußmann als die Sucherin ihrer persönlichen Daten und Qualitäten, in der zeichnerischen Gattung von Cartoons in weiblicher Ausschmückung, die zweite Art, ihre Zeichnungen zu gestalten, war eine strukturschaffende Zeichenform, eine Strukturqualität neben eine andere Strukturqualität stellend, entweder in formaler Zwietracht oder Eintracht. In dieser Form der strategisch verwendeten Schraffierung entstanden Zeichnungen (Formaufgaben) recht weit reichender Formgebungen. Und wo die Blätter in dieser Form-Aufgabe zur Ausführung kamen, schien mir deren Struktur an sich bereits genügend zeichnerische Qualität zu bergen, die – würde sie für sich allein genommen –
ein Werk schaffen könnte, das malerisch und grafisch sich selbst trägt.
Leider war damals, vor zehn Jahren, Maria Bußmann nicht der Meinung, dass solches genügen könnte, ihre Selbstdarstellung als ein Abzeichnen in Schablone innerhalb der Schablonenwelt waren ihr da zu wichtig.
In neuerlich von ihr gestalteten grafischen Blättern konnte ich plötzlich jene Symbiose, von der ich träumte, eine Verbindung von Strukturelementen mit persönlichen Daten und Ausdruckswünschen sehen. Diese Blätter, die sie aus New York mitbrachte, waren differenziert, sensibel, reich gestaltet – gespeist durch persönliche Mythologie, durch Philosophisches und diese Daten waren grafisch erfasste und strukturell gefiltert wiedergegeben. Eine Verbindung war hergestellt. Diese Strukturen werden ja hochinteressant – wenn es Maria Bußmann gelingt, Persönliches in sie hineinzuschaukeln, dann hat sie gewonnen.

Bruno Gironcoli, Bildhauer, Leiter der Bildhauerschule der Akademie der bildenden Künste in Wien von 1977 - 2004

  Brooklyn Rail TRACKS In/Visible: The Drawings of Maria Bussmann, by Thomas Micchelli, 2007
http://brooklynrail.org/2007/2/artseen/tracks-feb-2007
  
  Ostina Introducing Maria Bussmann, or:
About not Losing Your Balance on the Tightrope between Art and Science, by Jutta Kern
http://www.ostina.org/index.php?option=com_content&view=article&id=402&Itemid=214
  
  Hyperallergic Of Buttons and Babies, Arendt and Eichmann, by Thomas Micchelli, 2012
http://hyperallergic.com/60688/of-buttons-and-babies-arendt-and-eichmann/